FAQ

Ihre Fragen und unsere Antworten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Führerausweis auf Probe

 

Warum diese Regelung?

Man will mit dieser Regelung die Verkehrssicherheit erhöhen. Die 20- bis 24-jährigen Lenker und Lenkerinnen sind statistisch öfters an Verkehrsunfällen beteiligt als ältere Verkehrsteilnehmende. Bei den 18- bis 24-jährigen bilden Verkehrsunfälle sogar die häufigste Todesursache. Die verschärften Bedingungen für den Erwerb des unbefristeten Führerausweises werden einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Verkehrsunfälle von jugendlichen Neulenkenden leisten.

Wer erhält einen Führerschein auf Probe?

Personen, welche ab dem 1. Dezember 2005 erstmals ein Lernfahrausweisgesuch der Kategorie A (Motorräder) oder der Kategorie B (Personenwagen) stellen, erhalten den Führerausweis auf Probe. Die Probezeit endet in der Regel nach drei Jahren und ist auf dem Führerausweis unter der Rubrik 4b „Ablaufdatum“ vermerkt.

Diese Regelung gilt auch für Personen, welche nach dem 1. Dezember 2005 im Ausland einen Führerausweis der Kategorie A oder B erworben haben.

 

Ab wann und für welche Kategorien gilt diese Regelung?

Wer ab dem 1. Dezember 2005 ein Gesuch um einen Lernfahrausweis der Kategorie A (Motorräder) oder der Kategorie B (Personenwagen) stellt, erhält den Führerausweis nach bestandener Prüfung auf Probe.

Die Probezeit beträgt drei Jahre.

(Art. 15a Abs. 1 SVG, Art. 24a Abs. 1 und Art. 151f Abs. 1 VZV)

Für wen gilt diese Regelung nicht?

Diese Regelung gilt nicht für Personen, die bereits Inhaber eines unbefristeten Führerausweises der Kategorie A (Motorräder) oder der Kategorie B (Personenwagen) sind oder wer nachweisen kann, dass er vor dem 1. Dezember 2005 jemals einen Lernfahrausweis der Kategorien A oder B besass.

Sind bei der Ausstellung eines Führerausweises auf Probe früher erworbene Unterkategorien und Spezialkategorien auch Tangiert?

Vor der Erteilung des Führerausweises auf Probe erworbene Unterkategorien und Spezialkategorien sowie während der Probezeit erworbene weitere Kategorien und Unterkategorien werden ebenfalls auf das Ablaufdatum des Führerausweises auf Probe befristet.

(Art. 24a Abs. 2 VZV)

Wann wird der unbefristete Führerausweis ausgestellt?

Die Zulassungsbehörde erteilt den unbefristeten Führerausweis nach Ablauf der Probezeit auf Gesuch hin, wenn der Gesuchsteller die obligatorische Weiterausbildung besucht hat. Der Nachweis der Teilnahme an der Weiterausbildung erfolgt mit den Bescheinigungen der Kursveranstalter für die beiden Kurstage auf dem offiziellen Gesuchsformular, welches der Inhaber des Führerausweises auf Probe frühestens einen Monat vor dem Ablaufdatum des Führerausweises auf Probe beim Strassenverkehrsamt des Wohnortskantons einzureichen hat.

(Art. 15a Abs. 2 SVG, Art. 24b Abs. 1 und 27d und Anhang 4a VZV)

Welche Möglichkeit besteht, wenn die Weiterausbildung während der Probezeit nicht besucht wurde?

Hat der Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterausbildung während der Probezeit nicht besucht, und will er Motorfahrzeuge der Kategorien und Unterkategorien führen, so muss er die Weiterausbildung in einer Nachfrist von drei Monaten nachholen. Sobald der Ausweisinhaber der Zulassungsbehörde die Anmeldebestätigung des Kursveranstalters vorweist, stellt sie ihm eine auf die beiden Kurstage beschränkte Fahrbewilligung aus.

Hat der Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterausbildung während der Nachfrist nicht absolviert, und will er Motorfahrzeuge der Kategorien und Unterkategorien führen, so muss er ein Gesuch um einen Lernfahrausweis stellen. Nach der Absolvierung der vorgeschriebenen Ausbildungen und Führerprüfungen stellt die Zulassungsbehörde einen neuen Führerausweis auf Probe aus.

(Art. 24b Abs. 2 und 3 VZV)

Wie muss mann sich diese Weiterausbildung vorstellen?

Die Weiterausbildung dauert 16 Stunden. Sie wird auf zwei Kurstage aufgeteilt und muss bei einem kantonal anerkannten Kursveranstalter besucht werden.

Der Kursinhalt ist auf die jeweilige Kategorie ausgerichtet. Wer den Führerausweis auf Probe der Kategorien A und B besitzt, kann wählen, ob er die Weiterausbildung mit einem Motorrad der Kategorie A oder mit einem Motorwagen der Kategorie B besuchen will.

Die Weiterausbildung ist grundsätzlich mit dem eigenen Fahrzeug zu besuchen. Der Kursveranstalter kann Kursteilnehmern, die kein eigenes Fahrzeug besitzen, Kursfahrzeuge zur Verfügung stellen.

Der erste Kurstag soll innerhalb von sechs Monaten nach dem Erwerb des Führerausweises auf Probe besucht werden, der zweite muss nach dem 1. Kurs und innerhalb der Gültigkeit des Führerausweises auf Probe absolviert werden.

(Art. 27a und Art. 27b VZV )

(Art. 24a Abs. 2 VZV)

Was ist das Ziel dieser Weiterbildung?

Der erste Kurstag soll die Fähigkeit der Kursteilnehmer verbessern, gefährliche Verkehrssituationen bereits vor der Entstehung zu erkennen und zu vermeiden. Er soll innerhalb von sechs Monaten nach dem Erwerb des Führerausweises auf Probe besucht werden.

Der zweite Kurstag soll das Bewusstsein der Kursteilnehmer für die eigenen Fähigkeiten schärfen, ihren Verkehrssinn optimieren sowie das umweltschonende und partnerschaftliche Fahren weiter entwickeln.

Die Probezeit beträgt drei Jahre.

(Art. 15a Abs. 1 SVG, Art. 24a Abs. 1 und Art. 151f Abs. 1 VZV)

Details zu den zwei Kurstagen

Am ersten Kurstag werden im Gruppengespräch Unfälle analysiert und dabei insbesondere das jugendtypische Risikoverhalten und die physikalischen Kräfte, die beim Fahren wirken, als Ursachen berücksichtigt.

Durch das Erleben von standardisierten Fahrsituationen unter realitätsnahen Bedingungen werden die Kenntnisse über die wesentlichen Einflussfaktoren von Unfällen vertieft, namentlich die mangelnde Verständigung zwischen den Verkehrsteilnehmern, die Fehleinschätzung der Anhaltestrecke und des erforderlichen Abstandes zwischen Fahrzeugen sowie die überhöhte Geschwindigkeit in Kurven.

Am zweiten Kurstag erstellt jeder Kursteilnehmer auf einem vorstrukturierten Beurteilungsbogen sein Fahrprofil.

Jeder Kursteilnehmer führt eine Fahrt durch, auf der er vom Moderator und von weiteren Kursteilnehmern begleitet wird; die Kursteilnehmer dokumentieren sein Verhalten als Fahrzeugführer, das Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer und ihr Befinden als Mitfahrer und machen den Fahrzeugführer möglichst im Anschluss an die Fahrten, die entsprechenden Rückmeldungen.

In einem Theorieteil soll sich der Kursteilnehmer vertiefte Kenntnisse über eine umweltfreundliche und energiesparende Fahrweise aneignen, namentlich die Verwendung des höchstmöglichen Ganges, das frühzeitige Hochschalten, die Schubabschaltung sowie das vorausschauende und gleichmässige Fahren, sodass er im realen Verkehr oder unter realitätsnahen Bedingungen deren praktische Auswirkungen erkennt.

Im Gruppengespräch werden die Erkenntnisse aus der Weiterausbildung aufgearbeitet und vertieft sowie wirksame Strategien zur Vermeidung von unfallträchtigem Verhalten und zum umweltschonenden und partnerschaftlichen Fahren entwickelt.

(Art. 27b + Art. 27c VZV )

Müssen beide Kurstage bei demselben Kursveranstalter besucht werden?

Nein!

Muss ein bereits besuchter Kurstag bei einer Verlängerung der Probezeit wiederholt werden?

Nein!

Was kostet die Weiterausbildung

Es muss mit Kosten im Gegenwert von ca. 8 Lektionen bei einem Fahrlehrer oder einer Fahrlehrerin gerechnet werden.

Was passiert, wenn der Führerschein auf Probe entzogen wird?

Begeht der Inhaber des Führerausweises auf Probe eine Widerhandlung, die zum Entzug des Führerausweises der Kategorien und Unterkategorien führt, und endet dieser Entzug während der Probezeit, wird ein neuer Führerausweis auf Probe ausgestellt. Die neue Probezeit endet ein Jahr nach dem Ablaufdatum des entzogenen Führerausweises auf Probe.

Endet der Ausweisentzug nach der Probezeit, wird ein neuer Führerausweis auf Probe ausgestellt. Die neue Probezeit endet ein Jahr nach seinem Ausstellungsdatum.

Begeht der Inhaber des Führerausweises auf Probe eine zweite Widerhandlung, die zum Entzug des Führerausweises der Kategorien und Unterkategorien führt, wird der Ausweis annulliert. Dies gilt auch, wenn der Ausweis inzwischen unbefristet erteilt wurde.

Die Annullierung betrifft alle Kategorien und Unterkategorien. Betrifft die Annullierung nicht auch die Spezialkategorien, stellt die Zulassungsbehörde einen Führerausweis der Spezialkategorien aus.

(15a Abs. 3 und 4 SVG, Art. 35 und Art. 35a Abs. 1, 2 und 3 VZV)

Kann nach Annullierung des Führerausweises auf Probe wieder ein Führerauweis beantragt werden?

Ja (VZV Art. 35b). Ein neuer Lernfahrausweis wird aber frühestens nach einer Wartezeit von mindestens einem Jahr seit Begehung der Widerhandlung und dem Nachweis der Fahreignung durch ein verkehrspsychologisches Gutachten ausgestellt.

(Art. 15a Abs. 5 SVG)

Verfahren beim umtauch von ausländischen Führerausweisen

Einen unbefristeten Führerausweis erhalten Personen mit einem ausländischen Führerausweis,

  • der vor dem 1. Dezember 2005 für die Kategorie A oder B ausgestellt worden ist; oder
  • der am 1. Dezember 2005 oder später ausgestellt worden ist und bei der Wohnsitznahme des Inhabers oder der Inhaberin in der Schweiz bereits mindestens ein Jahr gültig war.

Die Probezeit beginnt mit der Ausstellung des schweizerischen Führerausweises und dauert drei Jahre. Sie wird um die Zeitspanne zwischen dem Ausstelldatum des ausländischen Führerausweises und dem letzten regulären Umtauschdatum verkürzt.

Ist der Führerausweis zum Zeitpunkt des letzten regulären Umtauschdatums (Art. 42 Abs. 3bis Bst. a** VZV) aberkannt, wird der schweizerische Führerausweis nach der Aberkennung erteilt und die Probezeit läuft ab seinem Ausstelldatum. Reicht die Person die erforderlichen Unterlagen nach Anhang 4 VZV nicht ein, so dass kein Führerausweis ausgestellt werden kann, dann verfügt die Zulassungsbehörde die Aberkennung des ausländischen Führerausweises auf unbestimmte Zeit.

** VZV Art. 42 Abs. 3bis Bst. a: Einen schweizerischen Führerausweis benötigen Fahrzeugführer aus dem Ausland, die seit zwölf Monaten in der Schweiz wohnen und sich in dieser Zeit nicht länger als drei Monate ununterbrochen im Ausland aufgehalten haben. Hingegen benötigen Personen, die berufsmässig in der Schweiz immatrikulierte Motorfahrzeuge der Kategorien C oder D oder der Unterkategorien C1 oder D1 führen oder eine Bewilligung nach Art. 25 bedürfen, sofort einen schweizerischen Führerausweis (VZV Art. 42 Abs. 3bis Bst. b).

Wo finde ich weitere Informationen?

Weiteren Informationen rund um den Führerausweis finden Sie unter folgendem Link:

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